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Du bist auf der Suche nach Hilfe? Suchst eine(n) Traumatherapeut:in? Eine Klinik? Beratung? Unterstützung bei der Finanzierung einer Traumatherapie? Ich versuche, an dieser Stelle umfangreiche Informationen zusammenzutragen.

Traumatherapie, welche Berufsgruppen bieten sie an?

Bevor Du Dich auf die Suche nach einer Person begibst, die Dich traumatherapeutisch unterstützt, ist es wichtig, ein paar grundlegende Fakten zu wissen: Es gibt diverse Berufsgruppen, an die Du Dich bezüglich einer Traumatherapie wenden kannst und es gibt wesentliche Unterschiede zwischen diesen. Ich möchte daher vorab ein paar Begriffe klären:

Psycholog:in: Ein(e) Psycholog:in hat Psychologie studiert. Dies bedeutet nicht automatisch, dass sie auch in Psychotherapie ausgebildet ist. Bis vor kurzem war es so, dass sich Psycholog:innen nach dem Studium zusätzlich in einer Psychotherapierichtung ausbilden lassen konnten (siehe nächster Abschnitt). Seit neuestem gibt es auch die Möglichkeit, direkt Psychotherapie zu studieren.

Psychologische Psychotherapeut*in: Ein(e) Psychologische Psychotherapeut:in (PP) bezeichnet in Deutschland eine(n) Psycholog:in, die/der nach einem erfolgreich abgeschlossenen Diplom- oder Masterstudium der Psychologie eine Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) absolvierte. Diese beschränkt sich auf bestimmte Verfahren. Nur diese führen zur Approbation und damit in die mögliche Krankenkassenzulassung. Nicht jede(r) approbierte Psychotherapeut:in hat allerdings eine Krankenkassenzulassung, denn dazu müssen diese mit einem Krankenkassensitz niedergelassen sein. Hat ein(e) Psychologische(r) Psychotherapeut:in noch keinen Sitz, ist es unter Umständen möglich, die Psychotherapie über eine sogenannte Kostenerstattung bezahlt zu bekommen. Wenn Deine Therapie also von der Krankenkasse erstattet werden soll, ist es wichtig, dass Du Dich ausschließlich an Approbierte Therapeut:innen wendest. Wichtig: Eine Approbation bedeutet noch nicht, dass diese Person auch adäquat in Traumatherapie ausgebildet ist. Bitte erkundige Dich explizit nach traumatherapeutischen Zusatzqualifikationen. Ideal wäre, wenn die Person ein zertifiziertes traumatherapeutisches Curriculum entweder der DeGPT oder der GPTG absolviert hat oder wenigstens EMDR erlernt hat. So weißt Du, dass diese Person adäquat ausgebildet wurde.

Psychiater:in: Ein(e) Psychiater:in hat Medizin studiert und zusätzlich eine lange Fachausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie abgeschlossen. Psychiater:innen dürfen, im Gegensatz zu Psycholog:innen, auch Medikamente verabreichen. Viele Psychiater:innen beschränken sich auf das Gebiet der Medikamentenverabreichung und führen gelegentlich Gespräche, haben aber in der Regel nicht die Kapazitäten, eine ausführliche Psychotherapie anzubieten.

Heilpraktiker:in für Psychotherapie: Unter diese Bezeichnung fallen alle Personen, die eine staatliche Zulassung zur Ausübung der Psychotherapie haben, aber keine Approbation. Dies können durchaus auch Psycholog:innen sein, die sich aber auf ein Verfahren spezialisiert haben, welches nicht in die Approbation führt (z.B. Gestalttherapie, Gesprächstherapie nach Rogers oder andere Verfahren). Oft sind es aber Menschen aus einem anderen Studium (z.B. Pädagogik) oder auch ohne Studium. Diese Berufsgruppe wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Unter Umständen ist eine Kostenerstattung durch Privatversicherungen oder Zusatzversicherungen möglich. In diesem Feld ist es besonders wichtig, dass Du darauf achtest, dass die Person, an die Du Dich wendest, adäquat ausgebildet ist. Schaue auf deren Homepage, was sie bei wem gelernt haben, frage zur Not nach. Leider ist der Markt der Heilpraktiker:innen (für Psychotherapie) nicht gut reguliert. Aber auch unter diesen gibt es sehr gut ausgebildete Personengruppen. Achte darauf, dass sie eine Grundausbildung in einem Psychotherapie-Verfahren haben und zusätzlich eine Spezialisierung im Feld Trauma. Ein Hinweis sind zum Beispiel Zertifizierungen von Fachgesellschaften. Die GPTG zum Beispiel zertifiziert auch Heilpraktiker:innen für Psychotherapie in Traumatherapie, wenn diese eine fundierte Grundausbildung haben. Leider gibt es unter den Heilpraktiker:innen für Psychotherapie auch Personen, die nur wenig Grundwissen erworben haben und dennoch Traumatherapie anbieten. Schau also genau hin! Eine Orientierung bietet die Liste der Traumatherapieverfahren auf dieser Seite. Diese haben alle eine fundierte Grundlage. Die auf unserer Traumatherapeut:innen-Liste genannten Personen haben alle eine fundierte Grundausbildung und on-top traumatherapeutische Zusatzqualifikationen.

Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut:innen:

Wer in Deutschland die heilkundliche Psychotherapie unter der Berufsbezeichnung „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin“ oder „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut“ ausüben will, bedarf der Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in. Diese behandeln Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 21 Jahren.

Voraussetzung für den Zugang zu einer Ausbildung als Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut:in ist:

  1. eine an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt oder
  2. die an einer staatlich oder staatlich anerkannten Hochschule bestandene Abschlussprüfung in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpädagogik.

Auch hier gilt: Schau, ob diese eine traumatherapeutische Zusatzausbildung haben.


Finanzierung:

Je nachdem, wo Du in Deutschland lebst, kann es äusserst herausfordernd werden ein(e) auf Trauma spezialisierte/n Psychotherapeut:in zu finden, die/der von der Krankenkasse bezahlt wird. Die Wartezeiten sind oft immens. Lasse Dich nicht entmutigen, bleibe dran und hartnäckig. Als weiterer Schritt in eine Finanzierung bietet sich das oben erwähnte Kostenerstattungsverfahren an. Oft ist es leichter, an ein(e) Therapeut:in nach dem Kostenerstattungsverfahren zu kommen, als an jemandem mit einem Kassensitz.

Die Krankenkassen sind vorrangig zuständig für die Finanzierung einer Traumatherapie. Unter bestimmten Umständen gibt es jedoch andere Finanzierungsmöglichkeiten:

Fonds sexueller Missbrauch:

Solltest Du sexuell traumatisiert sein, ist es unter bestimmten Umständen möglich, eine Therapie (und andere Unterstützungen, die Du benötigst) durch den Fonds sexueller Missbrauch finanziert zu bekommen. Wenn ein(e) Heilpraktiker:in für Psychotherapie fundiert ausgebildet ist, ist dies auch die Möglichkeit, die Therapie bei dieser Berufsgruppe bezahlt zu bekommen.

Opferentschädigungsgesetz:

Das Opferentschädigungsgesetz wurde am 01.01.2024 durch das SGB XIV – Soziale Entschädigung abgelöst. Mehr Informationen unter der Überschrift „Soziale Entschädigung“

Opferschutzhilfen:

In jedem Bundesland gibt es auch Opferschutzhilfen. Zum Beispiel der Weisse Ring. Hier gibt es oft schnelle erste Unterstützungsmöglichkeiten und rechtliche Beratung. Zum Teil zahlt der Weisse Ring auch einige Therapiestunden. Infos für finanzielle Hilfen für Opfer einer Straftat gibt es auch hier. Eine gute Infoseite ist auch diese.

Soziale Entschädigung:

Wer einen gesundheitlichen Schaden erleidet, für dessen Folgen die Gemeinschaft einsteht, hat Anspruch auf Versorgung. Damit sollen besondere Opfer zumindest finanziell abgegolten werden.

Zum Berechtigtenkreis gehören insbesondere:

  1. Opfer von (körperlichen und seelischen) Gewalttaten, aber auch Menschen, die durch
  2. Ereignisse während des Zivildienstes,
  3. eine Schutzimpfung oder eine Maßnahme der Prophylaxe oder
  4. Einwirkungen der Weltkriege gesundheitlich geschädigt wurden.
  5. Anspruch auf Leistungen haben auch Opfer des SED-Regimes.

Die wichtigsten Informationen zum SGB XIV – Soziale Entschädigung finden Sie hier. Einen Leitfaden zur Beantragung finden Sie hier.

Trauma-Therapeut:innen finden:

Verschiedene Portale bieten Hilfe bei der Suche nach Personen, die Psychotherapie anbieten. Für eine Krankenkassenfinanzierte Therapie schau Dir diese Seite an. Du kannst Dich auch an die Psychotherapeutenkammer Deines Bundeslandes wenden. Suche dazu im Netz nach „Psychotherapeutenkammer + Dein Bundesland“. Achte darauf, dass die Personen eine traumatherapeutische Zusatzqualifikation haben.

Unsere eigene Therapeut:innen Liste ist seit kurzem fertig gestellt. Alle hier gelisteteten Therapeut*innen erfüllen eine Mindestqualifikation.

Die DeGPT bietet eine Liste mit Therapeut:innen, die das DeGPT Zertifikat erworben haben.

EMDRIA (Der internationale Dachverband EMDR) bietet eine Liste mit Therapeut:innen, die EMDR nach den Standards dieser Fachgesellschaft gelernt haben.

Die GPTG hat ebenfalls eine Liste mit traumatherapeutisch ausgebildeten Personen.

Somating Experiencing Deutschland hat eine eigene Liste von Therapeut:innen, die in dieser Methode ausgebildet sind.

Therapie.de ist ein Portal in dem Du nach PLZ suchen kannst, aber auch per Filter eingeben kannst, ob die Person eine Kassenzulassung haben soll, nach Kostenerstattungsverfahren abrechnen soll, oder eine Privatpraxis hat. Auch kannst Du hier einstellen, ob die gesuchte Person auf Trauma spezialisiert ist.

Ähnliches ist auch auf Therapeuten.de möglich. Hier finden sich jedoch deutlich weniger Therapeut:innen, die mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen können. Es gilt wie immer: prüfe das Angebot und schaue, ob die Personen adäquat ausgebildet sind.

Halte Dich fern von allen Angeboten, wo von „schneller“, „effizienter“, oder ähnlich superlativer Traumatherapie gesprochen wird. Auch wenn es bei einem Monotrauma zuweilen schnelle Erleichterung geben kann, bedeutet Trauma in der Regel einen längeren Therapieprozess. Wer schon im Vorfeld von „schnell“ spricht, macht nicht haltbare Versprechungen und agiert unseriös.

Online Traumatherapie:

Manche Traumatherapeut:innen bieten ihre Leistungen online an. Je nach Schwere Deiner Traumatisierung, ist dies durchaus möglich und bietet sich natürlich an, wenn Du in Deiner Nähe niemanden findest. Solltest Du jedoch dissoziative Tendenzen haben, würde ich von einem Online-Angebot abraten, denn bei (starken) Dissoziationen braucht es die/den Therapeut:in vor Ort, um Dich aktiv aus diesem Zustand heraus zu begleiten. Da Trauma oft auch Bindungs-/Beziehungstrauma ist, braucht es eine solide Beziehung zur Therapeut:in. Dies ist per Bildschirm zwar möglich, aber sicherlich herausfordernder. Ich würde Dir raten, eine Online-Option nur zu wählen, wenn Du keine andere Möglichkeit hast.

Kliniken:

Auch bei der Suche nach einer geeigneten Klinik, empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass diese auf Trauma spezialisiert ist. Empfehlenswert sind vor allem Kliniken, die eine spezifische Traumastation haben. Sehr gute Informationen über das Procedere eines Antrags auf einen Klinikaufenthalt, sowie eine Liste diverser Kliniken findest Du zum Beispiel bei Vielfalt e.V., einem Verein, der rund um das Thema dissoziative Identitätsstörung aufklärt und berät. Ich habe mich daher entschlossen, hier keine eigene Liste zu veröffentlichen. Viele Kliniken haben leider lange Wartezeiten. Lasse Dich nicht entmutigen!


Weitere Hilfen:

Oft braucht es auch erst einmal akuten Rat oder Hilfe, und nicht gleich eine Psychotherapie. Hierzu ein paar Anlaufstellen:


Krista: Krisenbegleitung und Stabilisierung durch Fachkräfte

Das Projekt Kri-Sta bietet Hilfe durch ehrenamtliche Fachkräfte. Hier findest Du eine Liste erfahrener Menschen aus psychosozialen Berufen, die Dir helfen. Die hier aufgeführten zertifizierten Traumapädagog*innen und traumazentrierten Fachberater*innen stellen einen Teil Ihrer Zeit für kostenfreie Beratung und Stabilisierung zur Verfügung – online, per Telefon oder auch persönlich.


Krisenhilfe/Krisendienste:

In den meisten Bundesländern gibt es Krisendienste und Krisentelefone. Zum Beispiel der Berliner Krisendienst. Unter der Nummer 0800.1110111 erreichst Du die Telefonseelsorge. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer. Weitere Nummern, insbesondere bei Suizidgedanken, findest Du hier.


Hilfe bei Missbrauch:

Das Hilfeportal-Missbrauch bietet umfangreiche Auskünfte rund um das Thema Missbrauch, sowie ein Hilfetelefon: 0800-22 55 530

Personen, die Missbrauch im kirchlichen Kontext erlebt haben, finden bei der unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen eine Anlaufstelle.

Achtung! Den Verein el Faro e.V. können wir nicht empfehlen! Mehr Informationen zu dieser Begründung in diesem Beitrag.

Wissensportal zum Thema sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen und Kindern.

Innocence in Danger  ist eine international arbeitende Organisation, die sich gegen sexuellen Missbrauch von Kindern, insbesondere die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen (Kinderpornografie) durch die Neuen Medien positioniert. Innocence in Danger setzt sich für Präventionsprojekte ein, die die Medienkompetenz bzw. vor allem die digitale Beziehungskompetenz von Kindern und Jugendlichen verbessern. 


Hilfe bei Depressionen:

Hier findest Du das Portal der Deutschen Depressionsliga


Hilfe bei Gewalt gegen Frauen:

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr unterstützt. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten.

Stark machen e.V.: 1990 – gegründet als Verein „Frauen helfen Frauen“ – beraten und begleiten die Mitarbeiterinnen Menschen auf ihrem Weg in ein gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben. Dafür machen sie sich auch auf fachpolitischer und gesellschaftlicher Ebene stark.


Ausstieg aus (Zwangs-)Prostitution:

Pink Door bietet individuelle Beratung für Frauen aus  Prostitution und Zwangsprostitution. Das Projekt begleitet die Betroffenen bei ihren ersten Schritten zu einem gewaltfreien und selbstbestimmten Leben.


Traumafachberatung:

Unter dem Stichwort „Traumafachberatung“ in den Suchmaschinen findest Du Personen, die Dich rund um das Thema Traumatisierung beraten. Fundiert ausgebildete Fachberater:innen findest Du zum Beispiel hier und hier. Auch hier schaue am besten nach Zertifizierungen durch Fachgesellschaften. Diese sorgen für Qualitätsstandards.